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- Portugal

Die Portugiesische Republik (República Portuguesa) ist ein Staat im Südwesten der iberischen Halbinsel. Er wird im Westen und Süden vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Daneben gehören zum portugiesischen Staatsgebiet die Inselgruppe der Azoren sowie Madeira. Westlich der Hauptstadt Lissabon liegt Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Das Land umfasst eine Fläche 92.345 km² und hat 10.524.145 Einwohner.

Der Name Portugal entstammt dem Namen der Siedlung Cale im Delta des Flusses Rio Douro. Cale könnte ein griechisches Wort sein (Kalles = schön) und sich auf die Schönheit der Natur im Norden des heutigen Portugal beziehen, das die Griechen in der Antike kolonisierten. Andere Historiker meinen, dass Cale phönizischen Ursprungs ist, da die Phönizier Portugal schon vor den Griechen besiedelten. Als das heutige Portugal zum Römischen Imperium gehörte, wurde Cale ein wichtiger Hafen, in Latein Portus Cale. Im Mittelalter wurde Portus Cale zu Portucale, später Portugale, wobei dieses Wort im 7. und 8. Jahrhundert nur die nördlichen Teile des Landes bezeichnete, also die Region zwischen den Flüssen Rio Douro und Rio Minho. Andererseits verkürzte sich der Name Portus Cale zu Porto, der zweitwichtigsten Stadt, die sich deshalb voller Stolz als Namensgeber des Landes bezeichnet.


Glasklares Meer und goldgelbe Strände, Berge und Prachtpaläste - Glanzlichter am Südwestrand Europas

Portugal versetzt in Erstaunen, begeistert, elektrisiert. Immer wieder spielt das Land seine Trümpfe mit Kontrasten und Überraschungseffekten aus. Da gibt die Knochenkapelle an der quicklebendigen Algarve nur einen kleinen Ausschnitt frei. Andernorts wechseln sich endlose Strände und atemraubende Klippen ab, pulsierende Städte und gottverlassene Dörfer, sanfte Täler und bewehrte Hügel mit Festungsruinen aus jenen Zeiten, da man sich im unvereinten Europa gegenseitig die Köpfe einschlug oder gegen die Mauren anging.

Portugal schmeckt nach südländischer Lebenslust, nach prickelndem vinho verde, nach erlesenem Portwein aus Porto. Ganz nüchtern betrachtet, breitet sich das Land in Form eines lang gestreckten Rechtecks aus, das sich zwischen Atlantik und Spanien schiebt, 10 Mio. Ew. zählt und mit seinen knapp 89 000 km² ungefähr viermal in Deutschland passen würde. An Portugals europäischem Festland brandet der Ozean an 850 km atlantischer Küstenlinie, über die sich viele Hundert Strände verteilen. Im tiefen Süden steht die Algarve im touristischen Dauerzenit und rühmt sich als Region des ewigen Frühlings. Während die Deutschen zu Hause um die Wette bibbern, deckt man an der Algarve den Tisch fürs Terrassenfrühstück. Im Süden Portugals weist die Statistik jährlich 300 Sonnentage sowie im Winter einen milden Temperaturdurchschnitt von 15 Grad aus. Und Prospekte machen Appetit auf die »schönsten Strände Europas«. Fünf Dutzend stehen hier zur Auswahl - von Badewanne bis Wildromantik.

Doch auf der Suche nach unverbrauchter ländlicher Idylle sind PRStrategen und Reisende längst auch auf den Geschmack anderer Landesteile gekommen. Auf den Alentejo zum Beispiel, eine Landschaft, die nördlich der Hochalgarve beginnt und gerne als verborgener Schatz Portugals gerühmt wird. Oliven- und Korkeichenhaine säumen die kleinen Landsträßchen, Hügel wellen sich bis zum Horizont, Kampfstiere preschen über weite Weiden, es duftet nach Eukalyptus und Rosmarin. Im Westen läuft der Alentejo zum Meer hin aus, im Herzen lockt der Kathedralstadtmagnet Évora, von der nach Spanien weisenden Ostflanke her nimmt die Region ihre Besucher mit offenen Armen auf. Gleich hinter der Grenze, an der Achse Madrid-Lissabon, setzen Portugals Farbspiele ein: Aus dem Grün heben sich Mohnblumentupfen und Orangenbaumhaine ab, Ensembles aus kalkweißen Fassaden und rostroten Dächern setzen sich zu Städtchen zusammen. Auf der Straße treffen sich zur Mittagszeit ein paar Frauen zum Plausch, haben Plastikstühlchen unter Bäume in den Schatten gestellt - Gassen und Plätze als zweite Heimat, als Verlängerung der eigenen vier Wände. Ein südländisches Phänomen - ebenso wie die täglichen Harakiriversuche am Steuer und die Gabe, sich in Seelenruhe der Siesta zu widmen. Oder einem starken, schwarzen Kaffee zwischendurch, der schlagartig die Lebensgeister weckt.

Aller Stille und Beschaulichkeit zum Trotz bewegt sich Portugal nicht in hinterwäldlerischen Sphären, sondern lässt immer wieder aufhorchen, ob mit Literaturnobelpreisträger José Saramago oder Weltfußballer Luis Figo, der Berge von Euromillionen erkickt hat - was nur mit saudade im Blut ein unmögliches Unterfangen wäre. Klar, dass nicht jeder Portugiese jener sonderbaren Wehmut nachhängt, von der Portugals berühmter Dichter Fernando Pessoa einmal gesagt hat: »Ich bin traurig unterhalb des Bewusstseins.« Saudade beschreibt eine Gefühlswelt, die es nur in Portugal zu geben scheint. Schicksal und Gemüt, Wehmut, Sehnsucht und Unglück, all das zusammen und noch viel mehr verstehen die Portugiesen unter saudade. Abgeleitet vom lateinischen »solus«, ist sie eng mit dem Begriff der »Einsamkeit« verknüpft; aus dem Alleinsein entspringen Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte, aber auch das fatalistische Hinnehmen des Gegebenen.

Doch ist die saudade kein Dauerzustand, so wie Portugal kein Billigreiseland mehr ist. Man weiß längst, was der Euro wert ist - was nicht bedeutet, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmen würde! Die sonnendurchflutete Algarve mit ihren Zauberbuchten und Badestränden, mit ihren Felskulissen und der Bergesfrische im Hinterland ist jedes kleine Finanzopfer wert.

Genauso wie Lissabon, eine der schönsten und lebendigsten Metropolen Europas, der es weder an Burgen noch Palästen, weder an Parks noch an Altstadtambiente und stimmungsvollen Fadolokalen mangelt. Mit Lissabon verbinden sich klangvolle Namen der alten Seefahrernation, von Vasco da Gama, der von hier aus nach Indien segelte, bis Pedro Álvares Cabral, der im Jahr 1500 Brasilien für die Heimat in Besitz nahm. Was folgte, war eine goldene Ära, während der sich die Portugiesen in drei Fremdkontinenten festbissen: In Südamerika waren sie ebenso zu Hause wie im afrikanischen Mosambik und im asiatischen Macau.

Apropos Entdecker: Im heutigen Portugal wird jeder der jährlich 12 Mio. Besucher seine eigenen Natur- und Kulturschätze heben. Ein reicher Fundus ist garantiert: vom Naturpark Ria Formosa an der Algarve über die entlegene Berg-und-Tal-Region Trás-os-Montes bis zu Weltkulturerbestätten wie den Prachtpalästen von Sintra und den Klöstern von Alcobaça und Batalha. Nicht zu vergessen die Wallfahrtshochburg Fátima und die Altstadt von Porto, in der sich Fassaden voll blau-weißer Kachelbilder lebendig halten. Andere rotten still vor sich hin und stehen für Portos Miteinander von Alt und Neu.

Portugal öffnet sich wie ein großer Garten, in dem es grünt und blüht und gelbt. Ginster und Heidekraut breiten sich aus, Kastanien und Kiefern, Zistrosen und Orchideen, Mandel- und Erdbeerbäume. Im trockeneren Süden herrschen Olivenbäume und Korkeichen vor, immer wieder unterbrochen von gut bewässerten Zitrusplantagen. Genau das richtige Umfeld für Wanderer und Biker, Reiter und Golfer. Hoch hinaus geht es in der granitdurchsetzten Serra da Estrela, die sich im mittleren Norden knapp 2000 m hoch auftürmt und im Winter sogar Skifans auf die Pisten lockt, während sich an den Küsten Segler und Surfer tummeln. Ein kontrastreiches Land, das dauernd in Schwung hält! Es sei denn, Sie wollen Ihre müden Knochen so richtig abhängen lassen. Nein, nicht in Faros Knochenkapelle, sondern in den wohlig-warmen Wellnessoasen der Thermalhotels. In Portugal fehlt es an nichts.

 


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